Wie du KI-Bildprompts schreibst, die wirklich funktionieren
Von Das Fellowi-Team · · 6 Min. Lesezeit

Die meisten enttäuschenden KI-Bilder liegen nicht an einem schwachen Modell - sie liegen an einem Prompt, der eigentlich nie etwas Konkretes gesagt hat. „Eine schöne Frau in einer Fantasy-Umgebung" ist keine Beschreibung, sondern eine Kategorie. Das Modell muss alles raten, was du nicht gesagt hast, und es rät die durchschnittlichste, generischste Version, die es gibt. Die Lösung ist kein Zauberwort und keine längere Liste von Adjektiven - sondern die konkreten Dinge zu benennen, die du bereits im Kopf hast und einfach noch nicht aufgeschrieben hast.
Unten findest du sechs echte Vorher-Nachher-Umschreibungen. Das Muster wiederholt sich jedes Mal: ein allgemeines Nomen gegen ein konkretes tauschen, einen echten Ort statt einer abstrakten Stimmung hinzufügen und die Aufnahme - Objektiv, Licht, Bildausschnitt - so beschreiben, wie du ein Foto beschreiben würdest, das du tatsächlich gemacht hast.
1. Benenne das Motiv, nicht die Kategorie
Vorher: „eine Fantasy-Kriegerin"
Nachher: „eine kampferprobte Elfen-Waldläuferin mit silbernem geflochtenem Haar, einer Narbe über einer Augenbraue, in abgenutzter Lederrüstung mit grünem Umhang"
„Eine Fantasy-Kriegerin" könnte tausend verschiedene Bilder sein, also wählt das Modell die statistisch durchschnittlichste. Sobald du eine bestimmte Haarfarbe, eine bestimmte Narbe, ein bestimmtes Rüstungsmaterial angibst, bleibt nur noch ein Bild übrig, auf das es zusteuern kann.
2. Gib einen echten Ort an, kein Stimmungswort
Vorher: „eine gemütliche Szene"
Nachher: „eine kleine Leseecke an einem regenverschmierten Fenster, eine dampfende Tasse auf dem Fensterbrett, ein aufgeschlagenes Buch, das umgedreht auf einem abgenutzten Sessel liegt"
„Gemütlich" ist ein Gefühl, kein Ort. Beschreibe die tatsächlichen Gegenstände und den tatsächlichen Raum, und das Gefühl stellt sich von selbst ein - du musst nicht zweimal danach fragen.
3. Beschreibe die Aufnahme, nicht nur das Motiv
Vorher: „ein Porträt einer Frau"
Nachher: „ein 35mm-Porträt, geringe Schärfentiefe, weiches Fensterlicht von links, Blick knapp an der Kamera vorbei, natürliche Hautstruktur"
Denk für einen Satz wie ein Fotograf: welches Objektiv, welches Licht, wohin schaut das Motiv. Genau diese Details unterscheiden ein flaches, stockfoto-ähnliches Ergebnis von einem, das sich wie ein echter, konkreter Moment anfühlt.
4. Produktfotos brauchen eine Oberfläche und eine Lichtquelle
Vorher: „ein schönes Produktfoto einer Parfümflasche"
Nachher: „eine mattierte Glasflasche Parfüm auf einer nassen schwarzen Schieferoberfläche, ein einzelnes weiches Hauptlicht von oben rechts, dunkler Hintergrund, dezente Spiegelung unter der Flasche"
„Schön" bedeutet dem Modell nichts. Eine Oberfläche, eine Lichtrichtung und eine Hintergrundwahl sind drei Entscheidungen, die ein echter Produktfotograf vor dem Auslösen trifft - triff sie selbst, statt sie leer zu lassen.
5. Landschaften und Concept Art wollen Maßstab und Tageszeit
Vorher: „eine epische Landschaft"
Nachher: „ein einsamer Leuchtturm auf einer Klippe in der Dämmerung, aufbrechende Gewitterwolken geben orangefarbenes Licht am Horizont frei, Wellen brechen weit unten, Weitwinkel-Komposition"
„Episch" leistet hier keine Arbeit. Tageszeit, Wetter und ein Gefühl von Maßstab (ein kleiner Leuchtturm vor einem riesigen Himmel) erledigen genau das, was „episch" versucht und nicht geschafft hat.
6. Originalcharaktere brauchen Konsistenz-Anker
Vorher: „ein Anime-Mädchen-Charakter"
Nachher: „ein originaler Anime-Charakter: kurzes türkisfarbenes Haar mit seitlichem Zopf, Heterochromie (ein bernsteinfarbenes Auge, ein blaues), eine kurze Jeansjacke über einem weißen Top, steht bei goldenem Licht auf einem Stadtdach"
Wenn du planst, denselben Charakter später erneut zu generieren, schreib die zwei oder drei Details auf, an denen man ihn erkennt - Haare, Augen, ein charakteristisches Kleidungsstück - und wiederhole genau diese Wörter jedes Mal. Konsistenz entsteht durch das Wiederholen deiner eigenen Anker, nicht dadurch, dass sich das Modell erinnert.
Kurz gefasst: was tun und was lassen
- Benenne das konkrete Ding, nicht die allgemeine Kategorie, zu der es gehört
- Eine klare Stimmungs- oder Lichtentscheidung schlägt fünf gestapelte Adjektive
- Sag, was im Bild sein soll, nicht was nicht sein soll
- Beschreibe die Aufnahme (Objektiv, Licht, Winkel) wie ein echtes Foto
- Führ eine kurze Liste deiner eigenen Ankerdetails für jeden Charakter, den du wiederholst
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